Jugendbildungsnetzwerk

Das JuBiNetz

Im Jahr 2003 gründeten Träger, Initiativen und Einzelpersonen, die linke politische Jugendbildung betrieben das Jugendbildungsnetzwerk (Jubi). Uns alle verband und verbindet damals wie heute der Anspruch, praktische politische Arbeit durch linke emanzipatorische und partizipatorische Bildung zu machen. Dies führte zur Suche nach einem Reflexionsrahmen für das «Politische» und das «Linke» in unserer Bildung.

Wir richten uns speziell an die Zielgruppe «Jugend», die sich für bestimmte Themen und Inhalte interessiert und besondere eigene Zugänge und Methoden benötigt. Darin unterscheidet sie sich von «Erwachsenen». Mit Jugend sind vor allem junge Menschen gemeint, die sich selbstbestimmt, eigenständig und unabhängig organisieren. Ein Netzwerk wie das Jubi bietet dafür einen öffentlichen und geistigen Raum.

Das Netzwerk versteht sich als offenes, politisches Projekt, an dem Jede und Jeder teilhaben kann. Für die Aktivitäten des Jubis bedeutet dies, dass es keine formale Mitgliedschaft gibt, sondern Mitwirkende durch ihr Handeln dabei sind. Gemeinsame Entscheidungen und Veranstaltungen werden basisdemokratisch getroffen, umgesetzt und allen Teilhabenden transparent gemacht. Ein wichtiger Ort dafür ist das Netzwerktreffen, welches zumeist am Jahresanfang stattfindet. Ebenso jährlich findet eine Netzwerkstatt oder Netzwerktagung statt. Dort wird die politische Arbeit reflektiert, werden neue Ideen gesponnen, Peer-Fortbildungen realisiert und neue Projekte entworfen. Projekte werden in Kooperationen oder Projektgruppen des Jubis als gemeinsame politische Praxis realisiert. Erstere zeigen sich z.B. in der gemeinsamen Gestaltung von Workshops, dem Austausch von Projektideen und –umsetzungen oder einfach der Begleitung und Reflexion von Projekten.

Die einzelnen Projektgruppen (PG) werden auf den Netzwerktreffen besprochen.

Sie organisieren sich selbst und bieten für jede und jeden die Möglichkeit der Beteiligung. In den Projektgruppen wird gemeinsam prozesshaft an den gewählten Themen gearbeitet. Das stellt die Initiator_innen immer wieder vor neue Herausforderungen. Diskussions- und Gruppenprozesse verändern sich, ebenso der Aufwand an Logistik für Orte und Zeiten. Die Veränderungen können auch dazu führen, dass manche PG‘s inaktiv sind und bei Bedarf wieder aktiviert werden. Die PG‘s bekommen ein eigenes Budget und bereiten ihre Ziele und Projektideen für Interessierte auf. Ergebnisse können in Netzwerkstätten oder -tagungen eingebracht werden und sind für alle zugänglich und nutzbar. Die derzeit aktiven Projektgruppen sind:

Die Die AG (Arbeitsgruppe) Russland, ist ein offenes und sich ständig erweiterndes Netzwerk, das seit mehreren Jahren politische, kulturelle, künstlerische und soziale Projekte, vor allem in Nordwestrussland mit veranstaltet. Als kulturelle und politische Aktivist_innen und Künstler_innen ist es unser Anliegen, uns mit Menschen, Netzwerken und Gruppen in Russland und Osteuropa auszutauschen und gemeinsame Projekte weiterzuentwickeln. In Deutschland wollen wir über die Situation in Russland informieren und auf die Gemeinsamkeit bestimmter Problemlagen hinweisen. Wir arbeiten seit Jahren an einer Länder und Kontinente übergreifenden Projektkooperation. Von besonderer Bedeutung für uns sind gleichberechtigte Zusammenarbeit und gemeinsame künstlerische und Bildungsprozesse. Dabei ist die Auseinandersetzung mit kapitalistischen, undemokratischen und patriarchalen Verhältnissen sowie Umweltzerstörung für uns ebenso wichtig, wie die Diskussion über Alternativen. Es geht uns aber nicht nur um Analyse und Kritik, sondern auch um konkrete Projektansätze.

Wir verstehen uns als eine offene, vielfältige und freie Vereinigung von Menschen. Um gleiche Rechte für alle sowie eine umweltverträgliche und soziale Wirtschafts- und Lebensweise zu erreichen, streben wir einen Austausch von künstlerischen und kulturellen Widerstands- und Ausdrucksformen an, die über gesellschaftliche Mechanismen aufklären und die Menschen sensibilisieren.
Praktische Umsetzung fand dieses Selbstverständnis im Projekt CBB-Intercambio.
Dieser fand von 2005 bis 2008 zwischen verschiedenen Gruppen, Initiativen und Einzelaktivist_innen aus Brasilien, Uruguay und Deutschland statt. Nach dem Ende des Intercambio möchte die AG die Ergebnisse und Erfahrungen des Austausches durch Vorträge über Graffiti und HipHop verbreiten und gleichzeitig über bestehende und neue Kontakte weitere Projektideen realisieren.

In der PG geht es um Information zur Extremismusdebatte in der Bundesrepublik. Diskutiert wird die Rolle der Extremismusdoktrin und die Arbeit des Verfassungsschutzes in der Bildungsarbeit. Dabei ist eine Bildungsbroschüre entstanden, die Informationen für Eltern, LehrerInnen und Jugendämter bereit stellt: Bildung ohne Geheimdienst

Die PG gibt Raum für einen gemeinsamen Austausch und Diskussion über die Entwicklung von linken Hausprojekten und alternativen Wohn- und Lebensweisen.

Die Projektgruppe hat einen Leitfaden für Hausprojekte erstellt: Leitfaden für Hausprojekte
Kontakt: ag-freiraum@riseup.net

Diese PG wurde gerade wieder aktiv und findet sich neu und es soll an bisherige
Konzepte der PG angeknüpft werden.
Ziel war bislang die Erarbeitung und Erprobung von Bildungskonzepten mit
Inhalten und Methoden für eine kapitalismuskritische Bildungsarbeit unter
Berücksichtigung verschiedener Theoriestränge.

Die Projektgruppe hat auch Bildungsmaterial zum Thema Kapitalismuskritik produziert:

Bildung zu Kapitalismus und Kapitalismuskritik

Auf den beiden Jahrestreffen des Netzwerks können auch weitere Projektgruppen gegründet werden.