Jugendbildungsnetzwerk

Erfahrungsberichte

Pflaster drauf und fertig?
Im Rahmen einer regelmäßigen «Küfa» (Küche für alle) lud die Gruppe Corasol (http://corasol.blogsport.de/) Ende Juni 2014 Vertreter_innen des MediBüros zu einem Diskussionsabend in Berlin ein. Die Veranstaltung wurde durch den Initiativenfonds der RLS- Jugendbildung unterstützt. Das MediBüro (http://www.medibuero.de/) stellt eine Verbindungsstelle dar und vermittelt Ärzt_innen, die auch ohne Identitätsfeststellung und Krankenschein behandeln, und bestenfalls die Sprache der Patient_innen beherrschen.
 Unter folgendem link findet sich hierzu ein kleiner Artikel:
http://antifra.blog.rosalux.de/rassistische-ausschluesse-in-der-medizinischen-versorgung-von-gefluechteten-und-migrant_innen-ein-projektbericht-aus-der-jugendbildung-der-rls/


Politischer Austausch Marseille-Erfurt

Mitfahrende: 10 plus Aktivist vor Ort Zeitraum: 3.9. bis 12.9.2011

Im Sommer 2009 fuhren Politaktivist_innen nach Südfrankreich und kamen mit dem Wunsch nach einer politischen Begegnugsreise nach Marseille zurück.
Über Kontakte aus dem Umfeld der Graswurzelrevolution, einer ihrer Autoren wohnt in Marseille, fanden wir Kontakt zu einer Anarcho-Gruppe, welche kollektiv das Ladenprojekt „Le seul probleme“ organisiert. Die Leuten waren ebenfalls an einer Begegnung interessiert. In Erfurt begannen wir über das Biko Leute für die Reise zu begeistern und in einen kollektiven Prozess der Vorbereitung einzubeziehen. Wir trafen uns für fast ein Jahr alle drei bis vier Wochen, um uns mit der kulturellen und politischen Situation in Marseille auseinanderzusetzen (d.h. Wir haben zusammen Filme, Dokus geschaut und Musik gehört).

Eine Förderung durch das Deutsch-Französische Jugendwerk wurde leider abgelehnt, also finanzierten wir die Reise komplett aus Eigenbeiträgen.
Über unseren Kontakt in Marseille konnten wir auf der Fahrt nach Marseille im Vercors Zwischenstation einlegen und uns mit der Geschichte der Resistance beschäftigen (thematische Wanderung und Besuch des Museums).

In Marseille übernachteten wir direkt im Ladenprojekt „le seul probleme“; eine eingezogene, zweite Ebene diente uns als Matratzenlager. Leider war der Zeitpunkt der Reise schlecht abgepasst, im zentralstaatlich organisierten Frankreich kamen wir genau in der Woche an, als alle aus den Ferien zurückkamen und viel zu beschäftigt waren, um sich auszutauschen oder zu treffen. Wir hatten zwei gemeinsame Abende mit dem französischen Kollektiv (Kennenlernen und eine gemeinsame Veranstaltung zur Geschichte der Besetzung auf dem Topf&Söhne Gelände in Erfurt), die restlichen Begegnungen fanden nebenbei statt.

Marseille ist eine unglaublich spannende Stadt, sowohle ihre Geschichte wie Gegenwart bieten vielfältige Ansatzpunkte zur Auseinandersetzung. Während der Zeit des zweiten Weltkrieges eine der letzten Fluchtstationen, Exil und Falle gleichzeitig für Fliehende.
Heute: Kulturhauptstadt 2013, hohe Wahlerfolge für den Front National, im Winter tolerierte Besetzungen, größte islamische Gemeinde Europas.

Wer mehr erfahren will: biko@arranca.de